Sunday, February 25, 2007

Den verehrten Lesern dieses Blogs sollen freilich einige Impressionen nicht vorenthalten werden: es ist immer wieder auffällig, wie hübsch anzuschauen die Inderinnen in ihren Gewändern sind. Was allerdings immer wieder zu wünschen übrig lässt, ist das dazugehörige Schuhwerk, siehe links die Frau in Rosa. Offenbar gehören die Füße hier nicht zu den anziehend erscheinen sollenden Körperregionen, aber vielleicht unterscheiden sich die Ansichten da auch einfach kulturell.

Dafür scheint der Inder an sich das Bedürfnis zu haben, auch in der Öffentlichkeit seine Potenz zur Schau zu stellen. Ein nettes Beispiel ist abgebildete Säule, das Qtub Minar, vor vielen Jahren als Zeichen des Sieges in einem von vielen Kriegen von einem von vielen Kaisern aufgepflanzt. Es sieht aber dann doch eigentlich recht hübsch aus, zumal aus der Nähe. Und weil es in einem Park steht, für den man (als Nichtinder einen höheren) Eintrittspreis zahlen muss, ist es dort
recht angenehm und ruhig. Und schöner als Fernseh- und Funkturm allemal.

Zum Abschluss soll dann hier noch eines der traditionellen Fortbewe-
gungsmittel der Nation auf dem aufsteigenden Ast verewigt werden: vier Gänge, gute Straßenlage, kein Aqua-Planing und auch noch umweltfreundlich. Und viel Stauraum bietet es natürlich auch, eine richtige Familienkutsche. Namaste!

Saturday, February 24, 2007

So. Nachdem jetzt eine ganze Weile Schweigen im Wald bzw. im Netz geherrscht hat, möchte ich mich dann doch mal wieder zu Wort melden, um weiteren bösen Anfeindungen bezüglich siehe vorher entgegenzuwirken. Mittlerweile stellt sich hier der Frühling ein, es ist Sonntag, die Blätter vor dem Fenster rauschen (in zwei Monaten, wenn es so richtig stöhneheiß wird, werden sie vermutlich eher knistern) sanft, und die Sonne scheint, wenn auch zaghaft. Delhi ist immer noch laut, immer noch staubig, aber im Großen und Ganzen recht nett. Und, liebe Verena, das ist keine Brücke, sondern die Straße zum Parlament, und ich habe mit einem neuen Eintrag gewartet, bis du dich als Kommentatorin verewigt hast, so sieht das nämlich nackig aus. Genau. Letzte Woche bin ich - naiv durch und durch - in die Bibliothek der JNU geschlendert. Was soll ich sagen? Mir fehlen die Worte. Ein Abriss würde die Gegend mit Sicherheit verschönern. Wer Blade Runner kennt, mag die architektonische Kulisse dieses Films in Gedanken auf ein Bibliotheksgebäude übertragen. Die Bücher dort sind uralt, wenn man eines aus dem Regal zieht, fällt es wahlweise auseinander oder man steht in einer Staubwolke. Aber nun ja, man kann nicht alles haben. Dafür hat sich der Bibliothekseinlasser jedes Mal wie irre gefreut, wenn ich mit wirrem Blick auf der Suche nach der richtigen Abteilung an ihm vorbeigestolpert bin.

Mittlerweile hat es mit dem ersten Job geklappt: ich bin jetzt Tutorin für das Fach Deutsch an der Britischen Schule. Praktisch gesagt heißt das, dass ich zwei Muttersprachler (Alex aus Wien, küss' die Hand, und den Stefan ausm Prenzlberg, jenau!) auf das Internationale Abitur vorbereiten darf, von der Pike an und bisher ohne Unterrichtsmaterial. Selbiges ist für die Sek II nämlich extremst dünn gesät. Aber ich darf über das Österreichische Kulturforum nach Herzenslust Bücher ordern, juchhe.
So. Dit war dit.
Jetzt kommen noch ein paar Photos, die zwar nicht taufrisch, aber trotzdem schick sind.

Man sieht hier die Barbara und den Armin, die in einem tibetischen Tempel ungefähr drei Wochen lang an Buddhas herumgeschraubt und -gefeilt haben, damit die wieder hübsch anzusehen und keine Schande für die tibetischen Mönche sind. Die Anne, die auch dazugehört, war nach ein paar Tagen des Zusehens und Kontemplierens rechtschaffend gelangweilt und hat deswegen das Weite und Zuflucht in der Hauz Khas Enclave gesucht. Und wir sind dann schön durch die Stadt geschlunzt und haben Sachen angeschaut. Und ein klitzekleines Bisschen eingekauft. Und waren im Kino. Bollywood natürlich. Knapp vier Stunden, wegen des größeren Kunstgenusses (und vollen Kinos) in der ersten Reihe, gemäß dem Werbespruch der Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland. Und wenn die Anne und der Armin und die Barbara nächste Woche wiederkommen, dann ist der nächste Bollywood-Heuler dran, genau. Und Tobias wird mitgeschleppt.

Sunday, January 21, 2007


Und hier noch fix einer dieser Eindrücke, die mich daran erinnern, warum ich Delhi mag: Parlament im Abendgrauen.


Wochenend und Sonnenschein...Auch heute war wieder mal ein sonniger Tag, das wird langsam langweilig...Nein, stimmt ja gar nicht. Es war sozusagen das perfekte Wetter für einen Ausflug. Den Tobias habe ich zuerst ins National Museum geschleppt, um so ungefähr 5 Trillionen Skulpturen und mindestens genau so viele Bilder anzuschauen. Auf dem Weg dahin war großes Trara, genauer gesagt die Generalprobe für die Parade am nächsten Samstag, da ist nämlich Republic Day, Herr Putin als Ehrengast in der Stadt und wahrscheinlich die Hölle los. Einen kleinen Vorgeschmack kann man auf dem Photo sehen: während irgendwo vor dem Präsidentenpalast irgendwelches volkstümliches Gedudel lief, mussten sich die Herren Reiter bzw. die Pferde die Beine in den Bauch stehen. Dann ging es in meine alte Wohngegend: lieber Flippo, falls du das liest, wir waren am Bengali Market essen, und bisher hält der Magen stand. Dann noch ein bisschen Ruinen gucken im offiziell extrem schicken und teuren, inoffiziell aber extrem heruntergekommenen Hauz Khas Village. Dabei einen Laden mit alten Bollywood- und James-Bond-auf-Hindi-Filmpostern. Extrem kitschig und extrem großartig. Bestellungen werden gern entgegengenommen. Irgendwo unterwegs habe ich mir auch eine fette Erkältung eingefangen, weswegen ich jetzt beim Schreiben vor mich hintropfe, was man aber beim Lesen zum Glück nicht sieht. Deswegen gehe ich jetzt auch husch! ins Körbchen. Gute Nacht!

Friday, January 19, 2007

So, hier noch ein kleiner Nachtrag zum ersten Eintrag. Den guten alten mundgeklöppelten Bibliotheksausweis (Originalgröße ca. 8x5 cm) wollte ich nicht vorenthalten. Interessanterweise habe ich zwei davon bekommen, so ganz genau weiss ich noch nicht, warum. Das bekomme ich aber am Montag heraus. Das andere Bild zeigt - wie unschwer zu erkennen ist - eine der Theaterkarten. Es ist schön, dass die Technologie noch nicht in allen Bereichen Einzug gehalten hat und es Institutionen gibt, die einen Dreck auf Computer geben...

Thursday, January 18, 2007


So, jetzt habe ich mich einigermaßen an den Wahnsinn gewöhnt und bin in der Lage, das mit dem Blog zu versuchen. Die ersten Tage waren chaotisch. Gestern habe ich mich in den Wahnsinn gestürzt und bin ein wenig herumgelaufen, dank Ibuprofen brummt der Kopf heute nicht mehr so von dem ganzen Gehupe. Dafür habe ich den wohl längsten Straßennamen der Welt entdeckt!